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Grußkarte vom Volksfest Dorfen 1903

Helmut Zeiler aus Dorfen stellt uns dieses Exemplar zur Verfügung



Historische Fotos

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Historisches Zeitdokument

Peter Klotz, Kurt und Mathilde "Weibi" Hörmann

Historisches von der Anfangszeit der Dorfener Wiesn

Seit mehr als 100 Jahre gibt es das Volksfest in Dorfen bereits. Auf der Suche nach Zeitzeugnissen von den Anfangsjahren sind die Volksfestwirte jetzt fündig geworden.
Eine Postkarte und einige Bilder von 1903 zeugen von einer Dorfener Wiesnzeit mit historischem Festzelt. Eine Schützenscheibe vom Volksfest-Schießen aus dem Jahre 1912 kann Kurt Hörmann vorweisen. Damals fand das Volksfest erst im September statt und dauerte ursprünglich vier Tage, wurde wegen der schlechten Witterung aber um fünf Tage verlängert, mehrere Sonderzüge wurden eingesetzt. Zu dieser Zeit gab es im Isental noch die Königlich Privilegierten Feuerschützen. Nach den Kriegswirren des Ersten Weltkrieges wurde 1926 erneut ein Volksfest veranstaltet. Alte Fotos aus diesem Jahr zeigen einen prunkvollen Festzug mit Pferdegespannen durch den Rathausplatz.
Peter Klotz von der Wirtegemeinschaft ProstMahlzeit GbR begutachtete die historischen Stücke im Hause Hörmann mit großem Interesse. Darüber dass die Männer in früheren Jahren nicht ohne Gehstock und Hut zur Wiesn gingen, entlockte ihm ein Schmunzeln. „Das Schießen so wie anno dazumal haben wir 1976 wieder ins Leben gerufen“, erklärte Hörmann, seit dieser Zeit gibt es die „Vormals Königlich Privilegierten Feuerschützen“, die sich einmal im Jahr zur Volksfestzeit in Osendorf treffen, um ein Wettschießen veranstalten. Auch während des Dorfener Volksfestes wir heuer erstmals wieder geschossen. Zum traditionellen Ozapfa am kommenden Freitag, 19 Uhr, gibt es ein feierliches Wiesn-Anschießen mit den Böllerschützen.

Dorfener Braugeschichte

Etwas vom Dorfener Bier und den Dorfener Brauern
von Franz Streibl
Auch in Dorfen wird ein Starkbier gebraut, der Josefator, und ein Starkbierfest abgehalten. Da passt genau ein Bericht, den die Dorfener Zeitung 1932 veröffentlichte. Der eifrige Chronist der Dorfener Zeitung hatte offensichtlich ein Schreiben des Marktes Dorfen an den Bayrischen Herzog Maximilian I. (später Kurfürst Maximilian I.) aus dem Jahre 1620 entdeckt. Alle Brauer Bayern wurden damals aufgefordert, Bier für das Proviantsamt des Herzogs zu liefern. Die Brauer von Dorfen wollten aber offensichtlich nicht liefern und ließen durch den Camerer (Bürgermeister) und Rat des Marktes antworten, sie hätten nur schlechte Keller und ihr Bier würde sich über den St. Veitstag (15. Juni) hinaus nicht halten. Sie wollten es lieber vorher ausschenken. Auch seien die Bierbrauer „eines geringen Vermögens“. Dass die Brauer arm waren, glaubt ihnen niemand und vermutlich wollten sie deshalb kein Bier liefern, weil der Bayrische Staat schlecht zahlte und sie ihr Bier, das sie schon gebraut hatten, anderweitig besser verkaufen konnten. Es folgt der Originaltext des Schreibens, der für den heutigen Leser nur schwer zu verstehen ist, so altertümlich und gespreizt ist die Sprache.

Zeitungsbericht von 1926

Im Jahre 1926 fand in Dorfen ein Volksfest statt. Schon Monate vorher erschien in der Dorfener Zeitung ein Bericht, der eine Rückschau lieferte auf die bisherigen Volksfeste in Dorfen. Hier der Bericht im Original:

Dorfen 12. Juni (Volksfest) Wir wollen heute Rückschau halten auf die beiden letzten Volksfeste. Das vorletzte Volksfest war vom 5. bis 8. September 1903. die Bahn hatte an den beiden Haupttagen 6 Sonderzüge eingelegt. Am Sonntag allein kamen mit der Bahn 4000 Menschen. Der Gesamtzuzug am Sonntag war auf 10000 Menschen geschätzt. Das Volksfest 1903 war von allerbestem Wetter begünstigt. Das Volksfest vom 7. bis 10 September 1912 war das gerade Gegenstück des Volksfestes von 1903. In der Aufmachung ungleich größer, im Besuch ungleich schwächer. Die Schuld trug das Wetter. Die Bahn hatte für den Haupttag 8 Sonderzüge vorgesehen, doch vergessen den Verkehr dort zu verstärken, wo er trotz des strömenden Regens am stärksten war, auf der Veldener Bahn. Schließlich verlängerte man das Volksfest bis zum 15 September. Aber die Verlängerung vermochte nichts mehr zu retten. Das Fest sollte bereits im Jahr zuvor gehalten werden. Im trockenen heißen Jahr 1911 hätte es seine Vorgänger wohl alle weit übertroffen. Doch die ausgedehnte Verbreitung der Maul- und Klauenseuche machte die Abhaltung der Tierschau, den Hauptpunkt des Festes, unmöglich. Der bereits 5 Wochen andauernde Regen gestaltete von Anfang an die Aussichten für das Fest recht trüb. Aber es kam noch schlechter, als man erwartet hatte. Am Hauptsonntag hellte sich das Wetter ein kleinwenig auf, so daß wenigstens der Festzug abgehalten werden konnte. Aber bald danach stürzten wieder wilde Regengüsse hernieder und die Katastrophe war fertig, das Hochwasser kam und bereitete den Wiesenfreuden ein schnelles Ende, der Marktgemeinde viel Sorgen uns allen Beteiligten erhebliche Schulden. Das nächste Volksfest hätte bei dem herkömmlichen Zeitraum von 8 Jahren 1919 folgen müssen. Das Jahr 1919 war aber das trübste der Bayrischen Geschichte. So ist nun die doppelte Frist verlaufen. Der bisherige Witterungscharakter des Jahres möchte vielleicht abratend stimmen. Aber heiterer Sinn und froher Mut sind zu allen Dingen gut und noch ist auf Regen der Sonnenschein gefolgt. Das Ausmaß des Volksfestes von 1912 wird ja nicht erreicht werden können. Das liegt aber nicht bei den Veranstaltern, sondern in den allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnissen. Wir sind durch die blödeste der Revolutionen, die die Welt je gesehen hat, um 20 Jahre in der wirtschaftlichen Entwicklung zurückgeworfen. So wird das diesjährige Volksfest wieder ziemlich dem vorletzten gleichen. Wenn es ihm auch im Wetter gleicht, dann können wir vollauf zufrieden sein. (Quelle: Historischer Kreis Dorfen)